Löschzug Hennef

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Führung

LZ Hennef Führung
Die Löschzugführung (v.l.n.r):
Uwe Teuchert, Markus Klein, Stefan Ornowski

Mannschaft

Mannschaftsfotos des Löschzuges Hennef
Im Löschzug (LZ) Hennef sind zur Zeit 56 Feuerwehrmänner und 1 Feuerwehrfrau aktiv. Aufgrund der hier stationierten Sonderfahrzeuge sowie der großen Personalstärke wird der LZ Hennef bei größeren Ereignissen im Regelfall im gesamten Stadtgebiet mitalarmiert. Der LZ Hennef hatte im letzten Jahr 271 Einsätze zu erledigen und gehört damit zu den meist beschäftigen Löschzügen im Rhein-Sieg-Kreis und NRW.

Der Standort

Lange Jahre war das Gebäude in der Kaiserstraße das Feuerwehrhaus des Löschzuges Hennef. Mehr als 30 Jahre nach Fertigstellung stellte sich auf Grund gewachsener Aufgaben, gewachsener Ausrüstung und gewachsenen Fuhrparks jedoch die Notwendigkeit eines größeren Gebäudes heraus. Eine Erweiterung des Hauses in der Kaiserstraße war nicht möglich. Ein Standort für ein größeres Feuerwehrhaus musste also her und wurde dann auch auf dem Gelände der ehemaligen Meys Fabrik gefunden.

Die Meys Fabrik steht unter Denkmalschutz. Sie wurde ab 1880 als „Landwirt­schaft­liche Maschinenfabrik Joseph Meys“ errichtet. Nachdem das letzte dort tätige Unternehmen Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts seinen Betrieb eingestellt hatte, stand das Gebäude etliche Jahre leer.

Im Jahr 1988 – die Hallen hatten bereits solch große Schäden erlitten, dass der Zusam­men­bruch drohte – wurde der Architekt Michael C. Deisenroth beauftragt, erste Sicher­ungs­­maß­nahmen einzuleiten. Teilweise zusammengebrochene Dächer und Decken mus­sten abgestützt, die Gebäudeteile von meterhohen Schutthaufen befreit und die Immobilie abgesichert werden.

Der Umbau des Gebäudes kostete ca. 10. Mio. DM (5,1 Mio. €), wovon 80% von Bund und Land finanziert wurden. Neben dem online Löschzug Hennef sind in der Meys Fabrik das Stadt­ar­chiv, ein Konzert- bzw. Konferenzsaal sowie die Stadtbücherei untergebracht.

Mit der Rettung und Wiederherstellung der Meys Fabrik konnte ein bedeutendes bau­liches Zeugnis aus einem entscheidenden Abschnitt der Hennefer Stadt­ge­schi­chte er­halten werden. Sie ist eines der letzten das Ortsbild prägenden Industriedenkmäler und sie ist ihrer Art nach einzigartig.

Im Jahr 1990 konnte der Löschzug Hennef dann sein neues Domizil in den Räumlichkeiten der Meys Fabrik beziehen. Dem Löschzug Hennef steht damit ein bemerkenswertes Feuerwehrhaus zur Verfügung.


(tv)
     
Einfahrt
Feuerwehrhaus
Feuerwehrhaus
Feuerwehrhaus per Drohne

Fahrzeuge

Einsatzleitwagen - ELW
Mannschaftstransportfahrzeug - MTF
Löschgruppenfahrzeug - LF 20
Drehleiter - DLK
Rüstwagen - RW
Wechselladerfahrzeug - WLF mit Abrollbehälter Gefahrgut
Boot
Anhänger für ausgelaufene Betriebsstoffe
Anhänger Schaummittel
 
 
 

Historisches

1884 – das Jahr der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hennef. Der Gründung vorausgegangen waren diverse verheerende Schadenfeuer. Im Jahr 1875 wurde – verursacht durch Blitzeinschlag – die Geistinger Kirche durch ein desaströses Schadenfeuer in großen Teilen zerstört. Insbesondere der Kirchturm sowie das Kirchenschiff wurden durch das Feuer nahezu eingeäschert.
Einige Jahre danach kam es zu einer ganzen Serie von katastrophalen Brander­eig­nissen; so wurde ein Gutshof in der Siegfeldstraße, das Haus eines Briefzustellers in der Frankfurter Straße sowie die Geistinger Brauerei vom Feuer heimgesucht und in großen Teilen vernichtet.

In der Bevölkerung wuchs auf Grund dieser und ähnlicher anderer Ereignisse der Unmut über die in Sachen Brandbekämpfung nicht vorhandene Organisation sowie das unkoordinierte Verhalten bei Brandereignissen.
Abhilfe schaffte der erst 32jährigen Bürgermeister Hennefs, Peter Stern. Er erkannte die dringende Notwendigkeit einer organisierten und rational handelnden Form der Brandbekämpfung. Er regte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr an und kümmerte sich um erste erforderliche Zuschüsse seitens verschiedener Feuerver­sich­er­ungs­ge­sellschaften. Mit den erlangten Geldern wurden diverse notwendige Geräte und Spritzen beschafft.
Erster Leiter und Gründer der Feuerwehr war Dr. Wilhelm Hersing. Er bekleidete dieses Amt ab 1884 bis zum Jahr 1910. Unter seiner Führung konnte den Gefahren des Feuers mit einer freiwilligen und geschulten Mannschaft sowie den sukzessive entwickelten wesentlich wirksameren Gerätschaften erstmals ernsthaft begegnet werden. Im Jahr 1905 zählte die Freiwillige Feuerwehr bereits 148 aktive Mitglieder in 4 Kompanien. Sie verfügte über 5 fahrbare Spritzen, 6 Schlauchwagen und diversem weiterem Gerät.  Im Jahr 1936 wurde der erste motorisierte Mannschaftswagen angeschafft. Im 2. Weltkrieg erfolgte dann ein tief greifender Umbruch: die Personalstärke nahm durch Einberufungen enorm ab. Viele Feuerwehrangehörige ließen im Krieg ihr Leben. Die bis Kriegsende sich wiederholenden nächtlichen Fliegerangriffe bescherten den verbliebenen Einsatzkräften der Feuerwehr oftmals härteste Einsatzbedingungen.

Nach Kriegsende erhielt der Brandmeister Wilhelm Herkenhöner den Auftrag, die Feuerwehr neu zu formieren. Auf Grund der zu dieser Zeit nicht vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen eine undankbare Aufgabe. Trotzdem gelang ihm innerhalb kurzer Zeit der Aufbau einer einsatzstarken Feuerwehr.
Zu einer umfassenden Umstrukturierung kam es dann im Zuge der kommunalen Neugliederung im Jahre 1969. playtech Der durch Landesgesetz vollzogene Zusammen­schluss mehrerer bisher eigen­stän­diger Gemeinden zur neuen Gemeinde Hennef veränderte die personelle und räum­liche Struktur erheblich. Trotz der für manche Beteiligte schwierigen Einschnitte, hat sich die Konzentration auf günstig gelegene Standorte aus wirtschaftlichen und personellen Gründen bewährt.    Heute sind fast 60 Feuerwehrmänner und -frauen aktive Mitglieder im Löschzug Hennef. Weitere 10 Personen gehören der Ehrenabteilung an. An die 30 Mädchen und Jungen sind in der Jugendfeuerwehr organisiert. Das Einsatzspektrum des Löschzuges Hennef ist enorm gewachsen. Ursprünglich nur für das Löschen von Schadenfeuer gegründet, ist die Brandbekämpfung zwar noch immer wichtige und immanente Aufgabe der Feuerwehr; die Brandbekämpfung steht aber nicht mehr im Mittelpunkt der Tätigkeit. In den Vordergrund gerückt ist statt­dessen die technische Hilfeleistung. Diese umfasst mittlerweile 2/3 aller Einsatz­aufträge. Die Einsatzzahlen des Löschzuges Hennef sind enorm. Es sind jährlich 250 bis 300 Einsätze zu erledigen. Mit dieser Einsatzfrequenz gehört der Löschzug Hennef zu den meist beschäftigten Feuerwehreinheiten in NRW. Trotz der vielfältigen und interessanten Aufgaben, die die Feuerwehr Hennef zu erledigen hat, steht sie auch heute nicht ohne Probleme da. So gilt es jetzt und in Zukunft schwierige Fragen zu lösen:
Wie kann sichergestellt werden, dass auch tagsüber genügend Kräfte zur Verfügung stehen ?
Wie wirkt sich der demografische Wandel aus ? Kann auch in Zukunft ein aus­reichen­der Teil der Bevölkerung zur aktiven Mitarbeit in der Feuerwehr gewonnen werden ? Wie kann in Zeiten extrem angespannter Haushaltslagen die Finanzierung der Fahrzeuge, Gerätschaften und Immobilien sichergestellt werden ?
Diese und viele weitere Fragen gilt es zu lösen, damit die Feuerwehr Hennef auch in den nächsten Jahren ihre Aufgaben wirkungsvoll erfüllen kann. (tv)

Der Löschzug Hennef übte die Menschenrettung auf Eis

Wie an jedem zweiten Sonntag in den Wintermonaten, stand auch am 22. Januar 2017 ein Übungsdienst auf dem Dienstplan des Löschzuges Hennef.
Statt der planmäßigen Fortbildung in diversen theoretischen Themen, nutzte der Löschzug Hennef die aktuellen Witterungsverhältnisse, um eine praktische Übung abzuhalten. Man entschied, eine Menschenrettung auf einer Eisfläche zu üben. Der mit einer dicken Eisschicht bedeckte Allner See in Hennef-Allner war hierfür prädestiniert. Zuerst wurden die theoretischen Grundlagen für eine erfolgreiche Eisrettung im Feuerwehrhaus des Löschzuges Hennef wiederholt und gleichzeitig aufgefrischt. Anschließend teilten sich die Übungsteilnehmer auf die Fahrzeuge des Löschzuges Hennef auf und man fuhr zum Übungsobjekt, dem Allner See. Hier angekommen, wurden dann verschiedene Möglichkeiten der Eisrettung erprobt. Zu diesem Zweck wurde zuvor ein Kamerad des Löschzuges in ein präpariertes Loch in die Eisschicht verbracht - er simulierte eine ins Eis eingebrochene Person. Damit diese Übung für den Kameraden ohne gesundheitliche Auswirkungen blieb, war er - neben der Sicherung mit Feuerwehrleinen - mit einem sogenannten Überlebensanzug ausgestattet, der ein längeres Verweilen und Arbeiten in kalten Gewässern ermöglicht. Die ihn rettenden Kameraden waren ebenfalls jeweils mit Überlebensanzügen ausgestattet, als ihrer Auflagefläche und Fortbewegungsmittel dienten Steckleiterteile, die nach Norm zusammengesteckt eine Rettung aus Höhen von bis zu 8,40 m ermöglicht. Im Fall der Eisrettung eignen sie sich aufgrund der Lastverteilung in der Horizontalen ideal. Ebenso nahmen die rettenden Kameraden im ersten Durchgang eine Schleifkorbtrage und ein sogenanntes Spineboard mit, beides als Auflagefläche für den Verunglückten. Das andere Mal diente die bereits beschriebene Steckleiter als Transportfläche für den Geretteten. Ebenso wurden ein Einreißhaken, Wurfleine und Rundschlinge zur eigentlichen Rettung der Person aus dem Eis mitgeführt. Zum Patienten hin bewegte man sich auf verschiedene Arten. Zum einen wurde ein Fortbewegen mittels je zwei ineinandergesteckten, nebeneinanderliegenden Steckleiterteilen in Kriechtechnik ausprobiert, zum anderen das vorsichtige Herantasten im aufrechten Gang. Der Rückweg hing stets von den Kameraden im Hintergrund am Ufer ab, die wortwörtlich die Strippen zogen. Sie zogen die vorgegangenen Feuerwehrkräfte und die gerettete Person mittels Feuerwehrleinen in Uferrichtung. Hier zeigte sich, dass auch Wasser- und Eisrettungen personalintensiv sind. Die Feuerwehr Hennef weist an dieser Stelle darauf hin, dass das Betreten von Eisflächen zur Gefahr für Leib und Leben werden kann, vielerorts ist dies ohnehin untersagt. Einmal ins Eis eingebrochen, reichen wenige Minuten im kalten Wasser bis zur Bewusstlosigkeit und schließlich bis zum Tode aus. Nach Abschluss der praktischen Übungen besprach man die Szenarien und kam zu einem Resümee. Nun wurde das Übungsszenario gemeinschaftlich abgebaut. Die Kulisse - die Wiese des Allner Sees bot sich für einige Fotografien an. Auf dem untersten der folgenden Bilder sehen Sie die Kameraden des Löschzuges Hennef mit den zur Verfügung stehenden, verschiedenen Schutzbekleidungen, -Anzügen und bei der Feuerwehr gebräuchlichen Geräten sowie den Fuhrpark des Löschzuges Hennef.(mk)

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