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26.02.2022 03:44 Uhr Age: 123 Tag(e)
Category: LZ1, LG2, LG3, LZ4, LG5, Führung/Stabsstellen

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B4 M - Wohnung im Vollbrand / Uckerather Str. (Bericht)


 

Zu einem verheerenden Zimmerbrand kam es in den Nachtstunden des 26.02.2022 in Hennef – Lichtenberg. Im Laufe des Brandereignisses verstarb eine 60jährige Bewohnerin. Ein ebenfalls 60jähriger Bewohner wurde verletzt in ein umliegendes Krankenhaus gebracht. Er erlitt eine starke Rauchgasvergiftung.

 

Insgesamt 4 Notrufe gingen bei der Leitstelle ein. Die erste Alarmierung um 3:44 Uhr erfolgte durch die Leitstelle als „B3-M, Feuer im Erdgeschoss“ (B3 = Alarm für einen Löschzug; M = Menschenleben in Gefahr). Die Alarmierung erfolgte auch per Sirene. Auf der Anfahrt kam es zu Irritationen hinsichtlich des Einsatzortes. Anrufer hatten das Feuer in der Straße „Im Baumgarten“ gemeldet. Tatsächlich gebrannt hatte es aber in der „Uckerather Straße“. Kurz nach Eintreffen der ersten Kräfte der Feuerwehr ließen die Verantwortlichen des Löschzuges Uckerath die Alarmstufe auf „B4-M“ erhöhen (B4 = Einsatz für 2 Löschzüge). Abermals liefen die Sirenen im Bereich der Ortslage Stadt Blankenberg und Uckerath. Auf Grund der Alarmstufenerhöhung waren Einsatzkräfte aller 5 Hennefer Einheiten vor Ort (also die Löschzüge Uckerath und Hennef sowie die Löschgruppen Stadt Blankenberg, Söven und Happerschoß).

 

Gebrannt hatte es in einem Fachwerkgebäude. Es handelt sich um ein ehemaliges Bauernhaus, welches vor Jahren durch Umbauarbeiten in 2 getrennte Wohneinheiten aufgeteilt wurde. Der linke Teil des Hauses wird von einem 60jährigen Mann und einer 60jährigen Frau bewohnt. Im rechten Teil wohnt ein 57jähriger Mann alleine. Das Feuer war in der linken Gebäudeseite im Erdgeschoss ausgebrochen.

 

Am Einsatzort angekommen, stellte die Feuerwehr fest, dass der 60jährige Bewohner des linken Gebäudeteiles sich durch einen Sprung aus dem 1. OG des Hauses vor dem Feuer in Sicherheit gebracht hatte. Er wurde zunächst von Anwohnern betreut. Kurze Zeit später wurde er dann in einem Rettungswagen von einem der beiden vor Ort befindlichen Notärzte behandelt und dann in ein umliegendes Krankenhaus gebracht.

 

Zur Brandbekämpfung und Menschenrettung gingen insgesamt 7 Trupps unter Atemschutz vor. Die Trupps, die das brennende Haus durch die vordere Eingangstüre betraten, trafen auf einen Vollbrand des gesamten Erdgeschosses. Alle 4 Zimmer (Küche, Wohnzimmer und 2 weitere Zimmer) standen im Vollbrand. Die Löschmaßnahmen erfolgten hier per C-Rohr. Parallel dazu gingen weitere Trupps von der anderen Seite des Hauses über ein zerborstenes Fenster im EG sowie über eine Steckleiter über den Balkon im 1. OG vor. Zur Orientierung im Gebäude waren die Trupps mit Wärmebildkameras ausgerüstet. Auch im hinteren Bereich wurde 1 C-Rohr vorgenommen, so dass insgesamt 2 C-Rohre im Innenangriff eingesetzt wurden.

 

Parallel zu den Löschmaßnahmen wurde das Gebäude überdruckbelüftet, um die Brandbekämpfung und Personensuche zu forcieren. Im Laufe der Einsatzmaßnahmen wurde dann im 1. OG die 60jährige Bewohnerin im Schlafzimmer vorgefunden. Sie war bewusstlos und nicht mehr ansprechbar. Mehrere Trupps brachten die Frau auf den Balkon in 1. OG und ließen Sie dort per Schleifkorbtrage über die Steckleiter nach unten herunter. Bereits hier begannen die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit ersten Reanimationsmaßnahmen, die dann im Rettungswagen fortgesetzt wurden. Leider waren hier aber sämtliche Maßnahmen umsonst. Die 60jährige verstarb noch vor Ort.

 

Neben den oben genannten Tätigkeiten wurde die rechte Gebäudehälfte kontrolliert. Trupps unter Atemschutz überprüften das Haus auf Feuer und Rauchgas. Der 57jährige Bewohner der rechten Hausseite hatte von dem Brand nichts mitbekommen und wurde von der Feuerwehr geweckt. Er verließ das Haus, konnte es aber nach Abschluss der Löschmaßnahmen wieder betreten. Durch das Eingreifen der Feuerwehr konnte die rechte Gebäudehälfte vor Schaden bewahrt werden. Diese Seite blieb bewohnbar, während die linke Gebäudeseite durch das Feuer vollständig zerstört wurde.

 

Den Grundschutz für das Stadtgebiet Hennef übernahm die Löschgruppe Happerschoß mit einem Fahrzeug. Diese Einheit war zwar vor Ort, hätte im Alarmfall an anderer Stelle im Stadtgebiet aber sofort aus dem Einsatz herausgelöst werden können. Darüber hinaus wurde der Grundschutz mit dem Löschzug Hennef sichergestellt. Der Löschzug Hennef wurde nur zum Teil alarmiert, so dass ein Löschfahrzeug am Standort verblieb und im Einsatzfall jederzeit hätte ausrücken können.

 

Bei dem Feuer verendete auch der Hund der Bewohner. Er wurde tot im 1. OG vorgefunden. Die Brandursache ist der Feuerwehr nicht bekannt und wird von der Kripo ermittelt. Einsatzleiter war Stadtbrandinspektor Markus Henkel. 79 Feuerwehrleute waren im Einsatz. (tv)

 

 

 

 




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